Viele Wasserversorger haben ihre Prozesse rund um den Zählerwechsel bereits digitalisiert. Ein zentraler Schritt fehlt jedoch häufig noch: die regelmäßige, durchgängige und digitale Erfassung der Zählerstände. In der Praxis zeigt sich immer wieder ein ähnliches Bild: Moderne, bereits fernauslesbare Zähler sind zwar installiert, die eigentliche Ablesung erfolgt jedoch weiterhin manuell, entweder durch Mitarbeitende vor Ort oder über Ablesekarten, die von den Verbraucherinnen und Verbrauchern ausgefüllt und zurückgesendet werden müssen. Solche Prozesse sind fehleranfällig und binden personelle Ressourcen.
Hier setzt die Drive-By-Auslesung an. Sie ist ein pragmatischer Einstieg in die digitale Zählerfernauslesung. Sie lässt sich einfach in bestehende Abläufe integrieren und erzeugt unmittelbar spürbare Entlastung im Arbeitsalltag. Mit der Fernauslesung entfallen manuelle Zwischenschritte, ohne dass sofort eine vollständig neue Infrastruktur aufgebaut werden muss. Sebastian Trettel von tablano erläutert dazu: „Für viele Wasserversorger ist die Drive-By-Auslesung der erste wirklich greifbare Schritt in Richtung Automatisierung – ohne direkt ein großes Systemprojekt starten zu müssen.“

Was bedeutet Drive-By-Auslesung?
Bei der Drive-By-Auslesung werden Wasserzähler per wM-BUS im Vorbeifahren ausgelesen. Mitarbeitende im Außendienst fahren geplante Routen ab, während die Zähler ihre Daten automatisch übertragen. Die erfassten Zählerstände und relevanten Zusatzinformationen (z.B. Fehlercodes) werden in Echtzeit angezeigt und direkt digital gespeichert und stehen unmittelbar im System zur Verfügung. Es entstehen keine Wartezeiten und es müssen keine handschriftlichen Notizen nachträglich übertragen werden.
Gerade in ländlichen Versorgungsgebieten mit verstreuten Haushalten führt dieses Vorgehen zu einem erheblichen Effizienzgewinn, da große Bereiche in kurzer Zeit vollständig erfasst werden können.
Der „Boost“ im Alltag von Wasserversorgern
Der größte Nutzen der Drive-By-Auslesung zeigt sich vor allem im täglichen Betrieb. Die Zählerablesung gehört zu den aufwendigsten wiederkehrenden Aufgaben in einem Wasserversorger, sowohl organisatorisch als auch personell. Mit der Einführung von Drive-By verändert sich dieser Prozess grundlegend.
Ein Wasserversorger, der bisher mehrere Wochen und mehrere Mitarbeitende für die Jahresablesung benötigt, kann nach der Einführung von Drive-By große Teile der Ablesung innerhalb weniger Tage durchführen. Gleichzeitig sinkt der Bedarf an manueller Nachbearbeitung erheblich, da die Daten direkt digital vorliegen und weiterverarbeitet werden können.
Dies führt zu einer spürbaren Entlastung sowohl in der Verwaltung als auch im Außendienst. Zudem verbessert sich die Datenqualität, da Übertragungsfehler reduziert werden und zusätzliche Informationen wie Statusmeldungen der Zähler direkt verfügbar sind.

„Früher war die Zählerablesung ein organisatorischer Kraftakt. Heute fahren wir unsere Touren ab und haben alle Daten direkt digital verfügbar. Das spart nicht nur Zeit, sondern vereinfacht unseren gesamten Ablauf.“
André Schnabel, Stadtwerke Wesseling

Interview aus der Praxis:
Die Stadtwerke Wesseling machen den Schritt in die Zählerfernauslesung
Der entscheidende Schritt: Vorbereitung auf eine vollautomatisierte Auslesung
Für viele, eher größeren, Wasserversorger ist die Drive-By-Auslesung jedoch nicht das Hauptziel, sondern ein strategischer Zwischenschritt. Die zentrale Fragestellung lautet häufig, wie perspektivisch eine vollständig automatisierte Auslesung über Technologien wie LoRaWAN oder NB-IoT umgesetzt werden kann.
Die Erfahrung aus der Praxis zeigt, dass die größte Herausforderung dabei nicht allein in der technischen Infrastruktur liegt, sondern vor allem in den dahinter liegenden Prozessen. Mit der Drive-By-Auslesung lassen sich diese Prozesse schrittweise aufbauen, erproben und optimieren.
Wasserversorger gewinnen mit der wM-BUS-Auslesung ein klares Verständnis dafür, welche Daten zur Verfügung stehen, wie diese verarbeitet werden, wie die Übergabe in Abrechnungssysteme funktioniert und wie mit Auffälligkeiten im Verbrauch umgegangen wird. Gleichzeitig wird das Zusammenspiel zwischen Verwaltung und Außendienst strukturiert und standardisiert.
Ein bewährter Ansatz besteht darin, zunächst in einzelnen Ortsteilen oder Versorgungsgebieten mit Drive-By zu starten. Auf dieser Basis werden Prozesse etabliert und Datenstrukturen aufgebaut, die später direkt für eine vollautomatisierte Auslesung genutzt werden können. Der Übergang zu LoRaWAN- oder NB-IoT-Lösungen erfolgt dadurch deutlich reibungsloser und ohne grundlegende Neuausrichtung.

„Drive-By kann als Lernphase gesehen werden. Wer diese Phase nutzt, schafft die Grundlage für eine spätere vollautomatisierte Auslesung.“
Sebastian Trettel, tablano
Fazit
Die Drive-By-Auslesung ist für Wasserversorger ein pragmatischer und unmittelbar umsetzbarer Einstieg in die digitale Zählerdatenerfassung. Sie reduziert den Aufwand im Arbeitsalltag deutlich, verbessert die Datenqualität und schafft die Grundlage für weitergehende Automatisierung.
Gleichzeitig ermöglicht sie es, bestehende Prozesse schrittweise weiterzuentwickeln und auf zukünftige Anforderungen vorzubereiten, ohne sofort große Investitionen tätigen zu müssen.
Wasserversorger, die heute mit Drive-By starten, bauen genau die Strukturen auf, die für die nächste Stufe der Digitalisierung notwendig sind. tablano unterstützt diesen Weg als zentrale Plattform und verbindet Zählerwechsel, Auslesung, Abrechnung, Bürgerservice und Daten-Monitoring in einem durchgängigen System.


