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Fernauslesung der Wasserzähler bei den Stadtwerken Wesseling
Die Digitalisierung verändert die Art, wie Zählerdaten in der Wasserwirtschaft erfasst werden – und die Drive-By-Auslesung ist dabei ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur echten Automatisierung. Aber was bedeutet das konkret im Arbeitsalltag eines Wasserversorgers? Das haben wir Andrè Schnabel gefragt – Netzmeister bei den Stadtwerken Wesseling.


an Andrè Schnabel
Ein Interview aus der Praxis: Mit Andrè Schnabel, Netzmeister der Stadtwerke Wesseling, sprechen wir über den Mehrwert der Zählerernauslesung im täglichen Alltag der Wasserversorger.
Herr Schnabel, stellen Sie uns die Stadtwerke Wesseling und Ihren Aufgabenbereich kurz vor.
Andrè Schnabel: Wesseling liegt zwischen Köln und Bonn, direkt am Rhein. Die Stadtwerke Wesseling versorgen die Stadtteile Wesseling, Keldenich, Berzdorf und Urfeld mit Trinkwasser, das sind rund 38.000 Einwohner. Dazu kommen noch größere Industrieunternehmen wie Shell, Evonik und LyondellBasell, die wir ebenfalls beliefern. Wir sind dabei reiner Netzbetreiber – das Wasser selbst beziehen wir vom Wasserbeschaffungsverband Wesseling-Hersel.
Ich bin bei den Stadtwerken als Netzmeister tätig und kümmere mich zusammen mit vier Monteuren um unser Leitungsnetz – das sind rund 148 Kilometer und etwa 9.200 Hausanschlüsse. Unser Aufgabenbereich ist recht breit gefächert: Neubau, Sanierung, Reparaturen, Zählerwechsel – wobei wir einen Großteil der Wechsel mittlerweile an einen externen Dienstleister vergeben haben.

Wie sah Ihre Ausgangssituation vor der Einführung von tablano aus?
Andrè Schnabel: Früher war bei uns vieles papierbasiert – und das hat man auch gemerkt. Für Zählerwechsel haben wir lange Listen ausgedruckt, daraus wurden dann dreilagige Formulare, und wenn man einen bestimmten Zähler gesucht hat, war das oft eine echte Geduldsprobe.
Bei der Jahresablesung haben wir Ablesekarten an die Kunden verschickt. Klingt erstmal simpel – aber fehlerhafte Angaben der Verbraucherinnen und Verbraucher haben regelmäßig Nacharbeit verursacht. Dazu kam, dass größere Objekte zusätzlich manuell vor Ort abgelesen werden mussten. Bis dann wirklich alle Daten vollständig vorlagen, sind oft mehrere Wochen vergangen.
Und danach ging die Arbeit eigentlich erst richtig los: Die erfassten Zählerstände mussten händisch in unser Abrechnungssystem (Wilken) übertragen werden. Das war nicht nur zeitintensiv, sondern natürlich auch fehleranfällig. Kurz gesagt: Es hat funktioniert, aber es war weit von einem effizienten Prozess entfernt.
Was waren die größten Herausforderungen im Zählermanagement?
Andrè Schnabel: Ein weiteres Thema, das uns, neben der bereits erwähnten Jahresablesung, beschäftigt hat, war die Nachverfolgung von Zählern, die noch nicht getauscht worden sind. Die sind in den neuen Jahreslisten schlicht irgendwann nicht mehr aufgetaucht, und man musste sie aktiv suchen. Teilweise sind wir dann auf alte Ordner mit den Wechselbelegen angewiesen gewesen – das war alles andere als effizient.
Mit tablano hat sich das deutlich verbessert. Durch die farbliche Markierung und die übersichtliche Darstellung sehen unsere Monteure sofort, wo noch ältere Zähler verbaut sind. Wenn sie ohnehin im Netz unterwegs sind, können sie direkt prüfen, ob in dem Bereich noch ein Zählertausch aussteht – und das dann gleich mit erledigen. Das macht die Abläufe insgesamt deutlich schlanker.
„Besonders im Alltag merken wir den Unterschied: Unsere Monteure haben alle relevanten Daten direkt dabei und können deutlich effizienter arbeiten.“
Andrè Schnabel, Netzmeister Stadtwerke Wesseling
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Drive-By-Auslesung vs. LoRaWan
Beim Drive-By werden Zählerdaten im Vorbeifahren per Funk ausgelesen – flexibel und ohne direkten Zugang zum Gebäude. Die LoRaWAN-Auslesung hingegen überträgt Zählerstände automatisiert über ein festes Netzwerk und ermöglicht eine kontinuierliche, nahezu in Echtzeit verfügbare Datenerfassung. In der Praxis ergänzen sich beide Verfahren ideal: LoRaWAN für die automatische Fernübertragung, Drive-By als zuverlässige Lösung für schwer erreichbare Zähler. Für viele Wasserversorger ist die Drive-By-Auslesung auch der erste Schritt in Richtung Automatisierung – ohne gleich ein großes Systemprojekt starten zu müssen.
Warum haben Sie sich für die Drive-By-Auslesung mit tablano entschieden?
Andrè Schnabel: Als wir 2024 auf digitale Funkzähler umgestellt haben, brauchten wir natürlich auch eine passende Lösung – sowohl für die Verwaltung als auch für die Auslesung per Funk im Drive-By-Verfahren.
tablano hat uns da von Anfang an überzeugt – optisch wie funktional. Wir haben eine kurze Testphase gemacht, und danach waren auch die Kolleginnen und Kollegen schnell begeistert. Die Bedienung ist einfach intuitiv. Dadurch war die Entscheidung am Ende ziemlich unkompliziert.

Wie läuft die Funkauslesung heute konkret bei Ihnen ab?
Andrè Schnabel: Ein konkretes Beispiel: Für die Jahresablesung 2025 hat ein Kollege für rund 3.200 Funkzähler im gesamten Stadtgebiet gerade mal zwei Tage gebraucht – und konnte dabei alle Zähler erreichen. Anschließend lassen sich Fehlermeldungen wie mögliche Leckagen direkt auswerten. Die betroffenen Kunden werden dann nochmal angefahren und die Anlagen gezielt überprüft. So können wir Wasserverluste frühzeitig erkennen – und für die Kunden hohe Nachzahlungen vermeiden. Das ist ein echter Mehrwert, nicht nur für uns, sondern auch für die Versorgungssicherheit insgesamt.
Ein wirklich großer Vorteil zeigt sich auch bei den Großabnehmern. Früher mussten Schächte betreten werden – meistens mit zwei Personen, allein schon aus Sicherheitsgründen. Heute fährt ein Mitarbeiter die Route einfach ab und liest die Zähler per Drive-By aus. Fehlermeldungen werden dabei direkt mit erfasst.
„Mit der Funkauslesung haben wir unsere Ablesezeit drastisch reduziert – was früher Wochen gedauert hat, erledigen wir heute in wenigen Tagen.“
Andrè Schnabel, Netzmeister Stadtwerke Wesseling
Welche Rolle spielt die Drive-By-Auslesung in Ihrer Strategie?
Andrè Schnabel: Heute haben wir monatliche Zählerdaten aus dem LoRaWAN-Netz direkt in tablano verfügbar – und perspektivisch soll die Ablesung auch komplett darüber laufen. Der Ausbau der Gateways im Stadtgebiet läuft aktuell noch. Da jedoch nicht alle Zählerstandorte zuverlässig erreicht werden können, bleibt die Drive-By-Auslesung eine wichtige Ergänzung.
Aktuell erfassen wir alle Zählerstände per Drive-By. Dabei spielt es kaum eine Rolle, ob ein oder mehrere Zähler in einer Straße ausgelesen werden – der Zeitaufwand bleibt nahezu gleich.
Welche Vorteile haben sich durch die Einführung ergeben?
Andrè Schnabel: Die Zeitersparnis ist wirklich enorm. Die Ablesezeit hat sich deutlich verkürzt – und durch die Fernauslesung sind Ablesefehler wie Zahlendreher praktisch kein Thema mehr. Bei älteren Zählern, die noch manuell abgelesen werden, sorgt die Fotodokumentation dafür, dass die erfassten Werte jederzeit nachvollziehbar sind.
Unsere Buchhaltung war am Anfang ehrlich gesagt etwas skeptisch, was die Datenübertragung angeht. Aber auch da hat sich der Aufwand deutlich reduziert: Zählerwechsel und Ablesedaten lassen sich heute mit wenigen Klicks übertragen – das hat die Skepsis schnell ausgeräumt.
Was mich persönlich auch freut: Die Dokumentation der Trinkwasseranschlüsse läuft jetzt komplett digital in tablano. Alle Mitarbeitenden haben jederzeit Zugriff auf aktuelle Daten – und wichtige Zusatzinfos wie Ansprechpartner oder Hausmeister vor Ort sind direkt an der jeweiligen Verbrauchsstelle hinterlegt. Das spart im Alltag eine Menge Rückfragen.
„tablano hat sich bei uns schnell etabliert – vor allem, weil die Bedienung einfach ist und wir das System flexibel an unsere Abläufe anpassen können.“
Andrè Schnabel, Netzmeister Stadtwerke Wesseling

Wie hat sich die Arbeit für Ihre Mitarbeitenden verändert?
Andrè Schnabel: Insgesamt sind die Prozesse deutlich einfacher geworden. Zählerwechsel und Dokumentation werden direkt digital erfasst und wenn mal ein Zählerstand nachgeprüft werden muss, lässt sich das dank der Fotodokumentation schnell klären – ohne langes Suchen.
Unser Team ist übrigens recht jung und die Umstellung von Papier auf digital wurde sehr gut aufgenommen. Die Bedienung ist intuitiv und was ich besonders schätze: Man kann das System an die eigenen Abläufe anpassen. Das hat dazu beigetragen, dass tablano sehr schnell ein fester Bestandteil unseres Arbeitsalltags geworden ist.
Was für uns auch ein wichtiger Punkt ist: Feedback wird ernst genommen und Anpassungswünsche werden zügig umgesetzt. Das macht die Zusammenarbeit wirklich angenehm.
Und abschließend kann ich sagen: Wir sind rundum zufrieden – nicht nur was die Ablesung betrifft, sondern auch im täglichen Arbeiten mit dem System. Was ich besonders hervorheben möchte, ist die Zusammenarbeit mit dem tablano-Team. Egal ob kleine Anpassung oder größerer Wunsch – es wird immer gemeinsam eine Lösung gefunden. Das schätzen wir sehr.

Steckbrief
Kunde: Stadtwerke Wesseling
Kunde seit: 2024
Anwendungsbereich(e): Trinkwasser, Zählermanagement, Funkauslesung (wM-Bus und LoRaWan)
Die Stadtwerke Wesseling versorgen rund 38.000 Einwohner sowie ansässige Industrie zuverlässig mit Trinkwasser. Als Netzbetreiber verantworten sie den Betrieb und die Instandhaltung des rund 148 Kilometer langen Leitungsnetzes und und der Hausanschlüsse.
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